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Die aktuellen Buchungszahlen bei Pincamp für die Saison 2026 belegen einen spürbaren Wandel im Reiseverhalten deutscher Camper. Ausgelöst durch anhaltende Hitzewellen in Südeuropa weichen immer mehr Urlauber im Hochsommer auf kühlere Regionen aus.
Klimawandel verändert Reiseziele
Wie der ADAC als Betreiber des Buchungsportals Pincamp mitteilt, steigen die Buchungen für Nordeuropa (Dänemark, Schweden, Norwegen) im Juli und August um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Südeuropa hingegen verzeichnet im gleichen Zeitraum einen leichten Rückgang von zwei Prozent. Dieser Trend zum Ausweichen in gemäßigte Klimazonen – zeigt sich auch langfristig: Seit 2023 ist die Nachfrage nach Skandinavien-Urlauben im Sommer um satte 68 Prozent nach oben geschnellt. Auch Mitteleuropa profitiert, hier verzeichnen besonders die Niederlande (+22 %) und Deutschland (+10 %) deutliche Zuwächse.
Südeuropa ist Ganzjahresziel für Camper
Trotz der Stagnation im Hochsommer bleibt Südeuropa mit einem Marktanteil von 67 Prozent das absolute Traumziel der deutschen Camper. Der ADAC beobachtet jedoch eine massive zeitliche Entzerrung der Reiseplanung. PiNCAMP-Geschäftsführer Uwe Frers konstatiert: „Die Hauptsaison stagniert, die Nachfrage verlagert sich immer häufiger in die Nebensaison.“ Die Daten belegen diese Entwicklung eindrucksvoll: Im Frühjahr 2026 (April bis Juni) stiegen die Buchungen für Südeuropa um 18 Prozent, im Herbst (September bis Oktober) um vier Prozent. Camper nutzen zunehmend die angenehmeren Temperaturen und geringeren Preise außerhalb der Hochsaison, wodurch sich Südeuropa immer mehr als attraktives Ganzjahresreiseziel etabliert.
Preisgefälle verstärkt Trend zur Nebensaison
Neben den klimatischen Veränderungen treiben auch die Kosten diese Entwicklung voran. Die PiNCAMP-Preisanalyse 2026 zeigt ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Eine durchschnittliche Familie zahlt in der Hochsaison für eine Campingnacht in Kroatien rund 73 Euro, in Italien 63 Euro und in Spanien 58 Euro. In Norwegen (38 Euro) oder Schweden (40 Euro) campiert es sich hingegen deutlich günstiger. Wo hohe Sommertemperaturen und hohe Reisekosten zusammenkommen, wächst laut Frers die Offenheit der Camper für alternative Reiseziele oder Reisezeiträume. Die Campingsaison wird dadurch spürbar länger und entzerrt sich sowohl zeitlich als auch geografisch.
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