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Die Caravaning-Freunde waren vor Ort. Knaus hat mit der Baureihe Boxtime 2026 eine neue Kastenwagen-Generation auf der Basis des Fiat Ducato vorgestellt. Die Modelle haben eine einheitliche Karosseriebreite von 2,05 Metern und eine Höhe von 2,58 Metern, während die Länge je nach Grundriss zwischen 5,41 und 6,36 Metern variiert. So weit, so normal. Doch die Boxtime Campervans zeichnen sich durch eine an Nachhaltigkeit ausgerichteten Innenausbau und ein neues Bad aus.


Light Weight Technologie
Die Boxtime-Baureihe zeichnet sich durch die von Knaus inhouse entwickelte Light Weight Technology (LWT) aus. Anstelle des üblichen Möbelbaus aus schweren Sperrholzplatten kommen Formteile aus expandiertem Polypropylen (EPP) zum Einsatz. Die vorgeformten Module stellen einen maßgeblichen Teil der Innenverkleidung und ersetzen Teile klassischer Möbelkorpusse. Der Werkstoff EPP verfügt über eine geschlossenzellige Struktur, die mechanische Einwirkungen absorbiert und eine hohe strukturelle Stabilität bei einem sehr geringen spezifischen Gewicht aufweist.

In der Boxtime-Reihe werden Leichtbau-Module mit einer Ambiente-Beleuchtung zum automotiven Design verschmolzen. Knaus stellt im Vergleich mit einem konventionellen Ausbau durch die Light Weight Technology eine Gewichtsersparnis bis zu 60 Kilogramm in Aussicht. Davon würde entweder die Zuladung profitieren oder weniger Sprit verbraucht. Ein weiterer physikalischer Effekt der eingesetzten EPP-Module ist ihre dämmende Wirkung. Gleichzeitig dämmt das Material den Schall im Innenraum und reduziert Außengeräusche laut Hewrsteller um bis zu 3 dB(A). Die Paneele für Decke und Boden werden einteilig und präzise angepasst an die Karosserieform des Ducato gefertigt. Wärmebrücken werden reduziert und der Energieverbrauch daurch gesenkt. Die zu 100 Prozent recycelbaren Materialien schließen den nachhaltigen Werkstoffkreislauf in der Produktion.

Im Mittelteil: Küche und Komfortbad im Kastenwagen
Das neue XL-Bad geht im Zuge der LWT fast ein wenig unter, dabei ist es ein prägendes Element im Innenraum. Wie so oft handelt es sich um ein Variobad, bei dem durch eine Schwenkwand der Waschraum mit Toilette innerhalb weniger Sekunden in eine Dusche verwandelt wird. In Kombination mit der wasserfesten Schiebetür braucht es keine Duschvorhänge mehr.


Die Schwenkwand ist so gebaut, dass sie sich über die Toilette dreht und gleichzeitig als Spritzschutz fungiert. Der höher gelegene Wandteil ist dann nach hinten versetzt, wodurch mehr Bewegungsfreiheit für den gesamten Körper oberhalb der Knie entsteht.

Der Küchenblock ist soweit ganz typisch für einen Campervan. 2-Flammen-Kochfeld und Spülbecken sind in einem Stück verbaut, was sie leichter zu reinigen macht. Knaus tzut gut daran, im Boxtime geteilte Abdeckplatten zu montieren. So lässt sich die Arbeitsfläche flexibel nutzen. Zusätzlich kann an der Stirnseite ein Brett ausgezogen werden, so dass auf kleinstem Raum viel Kulinarik im Wohnmobil möglich ist. An der Stirnseite befindet sich auch der serienmäßige Absorber-Kühlschrank, der beidseitig angeschlagen ist.
Vier Boxtime-Grundrisse zwischen 5,40 und 6,36 Meter
Die Boxtime-Baureihe bietet vier Grundrisse. Alle Modelle sind werksseitig für die Nutzung von zwei bis vier Personen ausgelegt und verfügen über entsprechende Sitzplätze mit Drei-Punkt-Gurten. Die Basismotorisierung stellt ein 140-PS-Dieselmotor von Fiat mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe dar; ein Automatikgetriebe sowie ein Maxi-Chassis für hohe Stützlasten sind optional erhältlich. Serienmäßig an Bord ist auch eine Dieselheizung in Form der Truma Combi 4 D, die gegen Aufpreis auch in der Combi 6 D oder einem zusätzlichen elektrischen Heizstab bestehen kann.

Der Boxtime 540 MQ stellt mit 5,41 Metern Außenlänge die kompakteste Variante dar und ist mit einem quer im Heck verbauten Doppelbett ausgestattet. Der Boxtime 600 MQ misst 5,99 Meter und überträgt das Querbett-Konzept auf den Radstand des stark nachgefragten Sechs-Meter-Segments. Der gewonnene Innenraum wird hier für den Einbau einer Längsküche mit einer verlängerten Arbeitsfläche und dem 84-Liter-Kühlschrank an der Stirnseite genutzt.

Zwei Versionen mit 6,36 Metern Länge gehören ebenfalls zum Angebot. Der Boxtime 630 ME ist mit Einzelbetten ausgerüstet, die in Längsrichtung angeordnet sind. Der Boxtime 630 MX verfügt stattdessen über ein elektrisch höhenverstellbares Hubbett im Heckbereich. Das ermöglicht eine variable Vergrößerung des darunterliegenden Stauraums, um Fahrräder oder anderes sperriges Equipement im Innenraum zu transportieren, ohne die Matratzen umklappen zu müssen.
Optional sind alle Modelle der Bauhöhe H2 mit einem Aufstelldach lieferbar. Dieses in LFI-Bauweise (Long Fiber Injection) gefertigte Dach bietet zwei zusätzliche Schlafplätze auf einer Fläche von 2,0 mal 1,35 Meter.
Zukunftsperspektiven des Knaus Boxtime und preisliche Übersicht
Mit der Boxtime-Baureihe vollzieht Knaus durch den flächendeckenden Einsatz von EPP-Modulen einen Übertrag von Materialien aus der Fahrzeugdämmung in den Möbelbau von Campervans. Es ist wahrscheinlich, dass diese Werkstofftechnologie in weiteren Baureihen adaptiert wird. Knaus stellt sich damit den Anforderungen einer nachhaltigeren Produktion in der Industrie. Bei der Nutzung beherrschen Fahrzeugleergewicht, Isolationsanforderungen und Gesamtgewicht von maximal 3,5 Tonnen wichtige Entscheidungen zur Fertigung, die auch mit den Anforderungen an Umweltschutz harmonieren sollen.
Die Knaus Boxtime Preise spiegeln – wie so oft bei Neuerungen – den Entwicklungsaufwand. Der Einstiegspreis für den 540 MQ beginnt bei 67.330 Euro. Der 600 MQ startet bei 66.990 Euro, während 6,36-Meter-Versionen die Grundpreise für den 630 ME mit 72.630 Euro und für den 630 MX mit 74.630 Euro aufgerufen werden. Mit verschiedenen Paketen lassen sich die Features in den Boxtime Campervans gegen Aufpreis aufwerten.
Im ausführlichen Video über die Baureihe und den Boxtime 630 MX bietet Promobil einen filmischen Einstieg in die neue Baureihe.
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